Ein Rückblick auf das Resilienz-Café „Lass Zuversicht wachsen“

Ein Rückblick auf das Resilienz-Café „Lass Zuversicht wachsen“

Zuversicht

Was gibt uns Halt, wenn Sicherheiten wegbrechen und unsere Welt aus den Fugen zu geraten droht? Wie gelingt es, inmitten von Krisen Zuversicht zu bewahren, ohne Dinge schönzureden?

Diesen Fragen widmeten wir uns beim Resilienz-Café am vergangenen Freitag im Café Koppel. Bereits im Vorfeld hatte eine Vorabfrage in unserer Meetup-Gruppe deutlich gemacht: Zuversicht ist kein rein individueller Zustand – sie entsteht im Miteinander.

Zuversicht braucht Verbindung

Die Antworten aus der Meetup-Gruppe und das gemeinsame Erleben an diesem Nachmittag führten zu einer klaren Erkenntnis:

“Zuversicht fällt uns deutlich leichter, wenn wir uns als Teil einer Gemeinschaft erleben.”

Dieses Gefühl war im Raum spürbar – für mich als Gastgeberin ebenso wie für die Teilnehmenden. Denn was lässt Hoffnung wachsen, wenn nicht Verbindung, Vertrauen und das Erleben, gesehen zu werden? Gerade auch unter Menschen, die sich zuvor nicht kannten.

Trotz (oder gerade wegen) der lebendigen Café-Kulisse tauchten wir schnell in intensive Gespräche ein. Wir sprachen darüber, was uns Energie gibt, wo unsere Kraftquellen liegen und was uns innerlich nährt. Dabei wurde deutlich: Resilienz ist kein Zustand, sondern ein Prozess. Sie entsteht nicht über Nacht, sondern durch kontinuierliches Üben, idealerweise in stabilen Zeiten.

Ein Notfall-Set für schwierige Zeiten

Gleichzeitig kann es hilfreich sein, auf Krisen vorbereitet zu sein. Eine besonders wirkungsvolle Übung war eine von mir bewusst paradox formulierte Frage:

“Wie könntest du Hoffnungslosigkeit und Resignation – also das Gegenteil von Zuversicht – noch verstärken?”

Der humorvolle Zugang durch die paradoxe Fragestellung eröffnet oft neue Perspektiven. Aus den Antworten lassen sich überraschend klare Strategien ableiten, die unserer Zuversicht einen tragfähigen Boden bereiten – indem wir bewusst das Gegenteil davon tun.

Was Menschen in Krisenzeiten stärkt

Aus den Gesprächen im Café und den Impulsen der Meetup-Gruppe kristallisierten sich zentrale Ressourcen heraus:

  • Echte Verbindung: Gespräche, geteilte Erfahrungen und das Gefühl, nicht allein zu sein
  • Akzeptanz: Unsicherheit und Nicht-Wissen zulassen, auch unangenehmen Emotionen Raum geben (Podcast-Tipp: https://blickrichtungzukunft.podigee.io/5-episode-004-welche-gute-absicht-hat-deine-wut)
  • Innere Haltung: Achtsamkeit, Dankbarkeit und ein freundlicher Umgang mit sich selbst statt Selbstoptimierung
  • Körperliche Selbstfürsorge: Bewegung, bewusste Pausen und Regeneration
  • Selbstwirksamkeit: Struktur, Sinn und kleine, machbare Schritte ins Handeln

Diese Faktoren wirken dabei nicht isoliert, sondern verstärken sich gegenseitig.

Lernen aus überstandenen Krisen

Mit Hilfe ressourcenorientierter Reflexionsfragen nahmen wir frühere Herausforderungen oder Krisen in den Blick. Der Fokus lag dabei klar nicht auf der Herausforderung, sondern auf dem, was uns durch diese Zeit getragen hat. Vielleicht magst du dir diese Fragen selbst stellen:

  • Was oder wer hat dir in einer früheren schwierigen Lebenssituation oder Krise geholfen?
  • Was hast du selbst aktiv dazu beigetragen?
  • Was hast du daraus gelernt oder für dich mitgenommen?

Oft zeigt sich dabei:

Wir haben Krisen bereits bewältigt – und mehr innere Stärke entwickelt, als uns manchmal bewusst ist.

Serendipität – Zuversicht durch das Unerwartete

PXL_20260206_150912662.PORTRAIT-771x1024 Ein Rückblick auf das Resilienz-Café „Lass Zuversicht wachsen“

Viele Teilnehmende nannten Natur, Bewegung und Musik als wichtige Energiequellen. Besonders nachhallend war der Impuls einer Teilnehmerin, die ihre Zuversicht immer wieder aus Serendipity schöpft.

“Serendipität bezeichnet die glückliche, unerwartete Entdeckung von etwas, wonach man ursprünglich nicht gesucht hat – verbunden mit der Fähigkeit, diesen Zufallsfund konstruktiv zu nutzen.”

Vielleicht entsteht Zuversicht manchmal genau dort, wo wir offen bleiben für das Gute, das uns ungeplant begegnet. Was meinst du?

Zuversicht aus Sicht der Resilienzforschung

Die Resilienzforschung zeigt deutlich: Zuversicht ist kein naiver Optimismus, sondern eine realistische, lernbare innere Haltung. Sie speist sich aus mehreren Quellen:

  • Hoffnung und Zukunftsbilder: Zuversicht entsteht, wenn wir uns – trotz Unsicherheit – ein positives, wenn auch kleines Zukunftsszenario vorstellen können.
  • Sinn und Werte: Menschen bleiben zuversichtlicher, wenn sie wissen, wofür sie durch eine Krise gehen.
  • Selbstwirksamkeit: Das Erleben, Einfluss nehmen zu können, stärkt nachhaltig.
  • (Digitale) Informationshygiene: Ein bewusster Umgang mit Nachrichten, Pausen und klare Grenzen fördern psychische Stabilität.

Zuversicht entsteht somit im Zusammenspiel von innerer Haltung, Beziehungserleben und Handlungsspielräumen. Dass sie schwankt und nicht immer gleichermaßen vorhanden ist, ist dabei vollkommen normal. 

Verbindung wirkt – auch über das Treffen hinaus

Besonders berührend war es für mich, zu beobachten, dass einige Teilnehmende im Anschluss Kontaktdaten austauschten und den Kontakt vertiefen wollten. Ein schönes Beispiel dafür, wie Begegnungen solcher Netzwerktreffen über den Moment hinaus wirken können.

Aus der Resilienzforschung wissen wir: Ein stabiles soziales Netzwerk gehört zu den stärksten Schutzfaktoren in Krisenzeiten.

Ein Gedanke zum Abschluss

Auch wenn wir die großen Krisen dieser Welt nicht kontrollieren können, liegt doch etwas Entscheidendes in unserer Hand: wie wir handeln, sprechen und einander begegnen. Jeder bewusste Schritt hin zu Verbindung und Mitgefühl stärkt nicht nur andere, sondern auch uns selbst. Gemeinsam kann daraus eine Kraft entstehen, die weit über den Moment hinaus wirkt.

Weiterführende Impulse & Links

Mehr Impulse & Resilienz-Übungen:
👉 Notion-Board zur Resilienzstärkung
https://understood-workshop-816.notion.site/Links-Tools-f-r-Dein-mentales-Wohl-8a910e358eb241c88f4551b438fb3a77?pvs=74 

Inspirierender Ted Talk zu Hoffnung & Serendipität:
👉 Ted Talk von Christian Busch
https://www.ted.com/talks/christian_busch_the_science_of_serendipity_how_to_make_your_own_luck 

Unterstützung bei psychischer Belastung:
👉 Blogartikel: Auf der Suche nach einem Therapieplatz – was jetzt hilft https://systemischescoaching.hamburg/wie-finde-ich-in-deutschland-einen-freien-therapieplatz/ 

Ausblick

Das nächste Resilienz-Café in Hamburg findet voraussichtlich am 17. April von 15–17 Uhr statt. Fokusthema: „Stress lass nach“ – Stressresilienz auf- und ausbauen

👉 Folge mir gern auf Eventbrite, um informiert zu werden, sobald die Anmeldung möglich ist: https://www.eventbrite.de/o/veranderungsbegleitung-mit-system-16751465140 

Teile diesen Beitrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert