Was wir beim Thema Stress oft außer Acht lassen

Was wir beim Thema Stress oft außer Acht lassen

Stress

Stress wird häufig als organisatorisches Problem verstanden. Zu viele Termine, zu hohe Anforderungen, zu wenig Zeit. Entsprechend richten sich viele Strategien zur Stressreduktion auf äußere Strukturen: besseres Zeitmanagement, Priorisierung, Entspannungstechniken. All das kann entlasten und greift dennoch häufig zu kurz. Viele Menschen berichten, dass der Stress trotz optimierter Abläufe bleibt. Gedanken kreisen weiter, innere Anspannung löst sich nicht, der Schlaf bleibt unruhig. An dieser Stelle lohnt es sich, den Blick zu weiten: weg von der reinen äußeren Organisation, hin zum inneren Erleben. In diesem Artikel möchte unsere Aufmerksamkeit genau darauf lenken: Wie entsteht kognitiver Stress? Weshalb ist Selbstakzeptanz ein zentraler Schritt im Umgang damit und auf welche Weise können systemische Beratung und Coaching einen hilfreichen Reflexionsraum bieten?

Warum Zeitmanagement-Trainings und to-do-Listen-Optimierung nicht ausreichen

Zeitmanagement, Yoga, Strategien zur to-do-Listen-Optimierung mag alles „ganz nett“ sein, um Stress zu reduzieren. Was aber viel wichtiger wäre und aus meiner Perspektive viel zu selten in den Blick genommen wird, ist unser inneres Stresserleben: kognitives Stressmanagement sorgt für weniger Chaos im Kopf, Grübelei und schlaflose Nächte.

Was wir beim Thema Stress häufig außer Acht lassen, ist die Rolle unserer Gedanken und Bewertungen, häufig auch aufkommender Emotionen. Die Herausforderung jedoch: auf Knopfdruck entsteht hier keine Veränderung. Es gibt kein Rezept, kein Medikament, welches sofort hilft.

In der Systemischen Beratung, im Coaching eröffnen wir einen Reflexionsraum: Gewiss können Tipps und Ideen aus dem Zeit- und Selbstmanagement helfen, zusätzlich erkunden wir im Gespräch gemeinsam beispielhafte Situationen, um stresserzeugende Gedanken zu identifizieren, Muster zu erkennen und basierend auf den Erkenntnissen nachhaltige Lösungen zu entwickeln.

Umgang mit unliebsamen Emotionen

In der letzten Vorlesung des Semesters, Modul „Psychologische Gesprächskompetenz“, hatten wir einen sehr typischen Fall. Grob skizziert, um nicht zu viele Details zu verraten, ging es um den Umgang mit unliebsamen Emotionen. Nicht selten wollen wir Wut, Traurigkeit, Neid vermeiden, nicht spüren, innerer Stress entsteht. Hilfreich ist meist im Gespräch eine gesellschaftliche Perspektive einfließen zu lassen. Wut, Traurigkeit oder Neid gelten gesellschaftlich noch immer als unangemessen oder schwach. So gilt in unserem Kulturkreis häufig:

▶️Wer Wut zeigt, hat sich nicht unter Kontrolle.
▶️Wer Traurigkeit zeigt, wirke verletzlich und schwach.

Die Angst vor Abwertung durch andere, führt zur Unterdrückung dieser so wichtiger Emotionen. Wenn es Dir ähnlich geht, sei Dir somit gewiss: du bist mit der Unterdrückung Deiner Emotionen gewiss nicht allein. Werden diese jedoch dauerhaft vermieden oder weggeschoben, kann dies zu innerer Anspannung und kognitivem Stress beitragen.

Akzeptanz aufkommender Emotionen

Unsere Emotionen sind jedoch ein unendlich hilfreicher Wegweiser, da sie uns aufzeigen, welche Werte uns wichtig sind, welche Bedürfnisse wir in uns tragen. Diese Erkenntnis ist häufig ein erster Schritt, um sich in Selbstakzeptanz zu üben. Danach folgt im Beratungsgespräch/im Coaching der Blick auf die Biografie, auf die erlebte Erziehung und auch das aktuelle soziale Umfeld. Welche Erfahrungen haben wir gemacht? Gab es traumatische Erlebnisse in der Vergangenheit, die zur Unterdrückung der eigenen Emotionalität führten?

Der/Die Klient/in lernt sich auf diese Weise immer besser kennen, mag einmal mehr verstehen, wie er/sie tickt und was er/sie benötigt, um ein zufriedenes Leben zu führen. Der Systemische Ansatz in Beratung , Coaching, Therapie ist für mich deswegen so wirkungsvoll, weil er einen 365 Grad-Blick beinhaltet und vor allem von Wohlwollen und Akzeptanz geprägt ist. Im systemischen Resonanzraum lade ich Dich dazu ein, eine neue Perspektive auf Dich und Dein inneres Erleben zu werfen und Dich mit all Deinen inneren Anteilen auszusöhnen.

Wenn du selbst einen solchen Resonanzraum betreten möchtest, freu ich mich über Deine Nachricht.

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