Veränderungen möglich machen: Wie Entwicklung wirklich gelingt

Veränderungen möglich machen: Wie Entwicklung wirklich gelingt

Veränderung

Veränderung begleitet uns ein Leben lang. Oft wünschen wir uns eine Veränderung, zum Beispiel in unserem Verhalten oder auch in unserem Denken, und merken gleichzeitig, wie schwer es ist, tatsächlich ins Handeln zu kommen und am gewünschten Ziel anzukommen.

Mir persönlich und auch meinen Klient:innen hilft oftmals das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) und zudem die Erkenntnis:

Veränderung beginnt nicht im Außen, sondern in uns selbst.

In unserem Inneren ist der Start für jeden Veränderungsprozess zu finden. Dies ist nicht immer leicht, wünschen wir uns doch oftmals, dass die Umstände oder andere Menschen sich verändern. Leider ist dies nicht immer möglich und somit liegt es eben leider – oder zum Glück – an uns, unser Verhalten und Denken anzupassen.

Warum Veränderung so herausfordernd ist

Wir Menschen sind Gewohnheitswesen. Unser Gehirn liebt Verlässlichkeit, Routinen und klare Muster. Veränderung hingegen bedeutet:

  • Neuorientierung
  • Unsicherheit
  • Loslassen
  • Energieaufwand

Kein Wunder also, dass wir manchmal zögern, zweifeln oder uns selbst ein wenig im Weg stehen. Doch Veränderung ist möglich. Wenn wir sie wirklich wollen.

Gewaltfreie Kommunikation

Die Gewaltfreie Kommunikation – kurz GfK – nach Marshall Rosenberg bietet nicht nur hilfreiche Ansätze für Kommunikation und Miteinander, sondern auch zur Selbstreflexion des eigenen Verhaltens und Denkens. Das Modell unterstützt uns darin, uns unseren Gedankenkonzepten, Bewertungen, Empfindungen und Bedürfnissen bewusster zu werden und damit die Grundlage für jede Veränderung zu schaffen:

Das Grundmodell der GFK lautet wie folgt

  1. Wie nehme ich eine Situation wahr?
    – nicht bewerten, sondern nur Beschreiben, im Innen und im Außen.
  2. Wie geht es mir damit?
    – welche Gefühle entstehen in dem jeweiligen Moment? Nur wahrnehmen, nicht verändern wollen. Jede Emotion ist wertvoll und wird ihre Berechtigung haben. (Hörtipp: Die gute Absicht der Wut)
  3. Welches Bedürfnis steckt dahinter?
    – Hinter jeder Emotion steckt meist ein Bedürfnis, vielleicht auch eines, welches in dem Moment unerfüllt ist.
  4. Was ist mein nächster Schritt / meine Bitte?
    – Habe ich mein Bedürfnis erkannt, entsteht Klarheit in meinem Inneren. Entweder führt diese zur Akzeptanz einer Situation oder macht es mir möglich, eine Bitte/einen Wunsch an mein Gegenüber zu richten. Wichtig ist hier: Wünsche sind nicht gleichzusetzen mit Forderungen. In der GFK gehen wir davon aus, dass mein Gegenüber das Recht hat, meinen Wunsch auch abzulehnen und Forderungen nicht zielführend sind.

Üben wir diese vier Schritte im Alltag – vor allem die ersten drei – werden wir uns unserer Emotionen und Bedürfnisse immer bewusster und können unser Handeln leichter nach ihnen ausrichten. Wir lernen immer mehr unseren Inneren Kompass kennen, die beste Grundlage, um Veränderungen nachhaltig möglich zu machen.

Nicht jede Veränderung ist mit Hilfe der GFK umzusetzen. Manchmal braucht es noch mehr. Aus einem Meetup der Liberating Structure User Group haben wir in der Vergangenheit in einem Conversation Café zahlreiche Impulse gesammelt, was zusätzlich hilft, um Veränderungen im Kleinen wie auch im Großen umzusetzen. Vielleicht ist auch für Dich der eine oder andere Gedanke hilfreich.

25 Impulse, die Deinen Veränderungsprozess unterstützen

Diese Sammlung ist quasi ein Werkzeugkasten. Kein starres Programm, sondern eher Inspiration, aus der Du wählen kannst, was zu Dir und Deiner jeweiligen Situation passt.

1. Definiere Deine persönliche „Definition of Done“

Woran erkennst Du, dass Du einen ersten kleinen Schritt in Richtung Deines gewünschten Ziels gegangen bist?

2. Fokussiere Dich

Multitasking ist nicht hilfreich. Reduziere auf das Wesentliche, auf den nächsten kleinen Schritt.

3. Einfach mal anfangen

Und dann starte, lege los im Kleinen. Es muss nicht perfekt sein.

4. Finde Dein Mantra

Oftmals hilft Menschen ein Motto, ein Credo, welches sie in ihrem Alltag bei sich tragen und sie daran erinnert, was sie erreichen wollen. Zum Beispiel: „Ich darf Fehler machen. Ich bin okay.“

5. Beginne bei Dir selbst

Bevor Du Veränderung im Außen erwartest: Starte bei Dir selbst! Das ist der Teil, der beeinflussbar ist.

6. Entwickle eine Vision, die Dich emotional berührt

Was möchtest du erreichen? Wie wird es sich anfühlen, wenn du da angekommen bist? Wo in Deinem Körper wird dies spürbar sein? Woran werden andere merken, dass du an Deinem gewünschten Ziel angekommen bist?

7. Nutze Anker im Alltag

Oftmals sind Rituale, Symbole, Erinnerungen hilfreich. Ergänzend zum Mantra oben „Ich bin okay.“ könntest du zum Beispiel leicht lächeln oder Deine Hand auf Dein Herz legen oder immer wenn du einen Spiegel siehst, Deinen Satz laut sprechen.

8. Mach weiter – auch wenn es zäh wird

Schritt für Schritt, Stück für Stück geht es beharrlich ans Ziel.

9. Bleib flexibel

Veränderung ist ein Prozess, kein gerader Weg. Manchmal ist man an einer anderen Stelle angekommen, die gar nicht geplant war oder ist einen Umweg gegangen, aber wer weiß, wofür es gut war?!

10. Sei gut zu Dir

Übe Dich in Selbstmitgefühl, anstatt Dich zu sehr zu kritisieren.

11. Fokussiere Deine Stärken

Gerade zu Beginn: Was kannst du gut, was macht Dich aus? Was hat Dir in ähnlichen Situationen geholfen?

12. Vertraue Dir selbst

Selbstwirksamkeit entsteht durchs Tun.

13. Erlaube Dir spielerische Leichtigkeit

Neues darf Freude machen. Sieh die Erfahrungen, die du machst, als Experimente. Manche scheitern, manche gelingen. Kinder sind hier großartige Vorbilder.

14. Lass los, was nicht mehr dient

Manchmal dürfen wir auch gesetzte Ziele verabschieden und Alternativen suchen.

15. Hol Dir Unterstützung

Kein Mensch muss Veränderungen allein durchstehen. Suche Dir Wegbegleitungen – Freund:innen, Bekannte, Coaches, Berater:innen, Therapeut:innen oder Gruppen, die Dich auf Deinem Entwicklungspfad unterstützen.

16. Sag weniger „Nein“ und mehr bewusstes „Ja“

An manchen Tagen braucht es mehr „Ja“ und ein wenig Mut. Es könnte ja gut werden, oder?

17. Akzeptiere, dass Veränderung Zeit braucht

Veränderung erfordert Aufmerksamkeit, Absicht und vor allem Zeit.

18. Fall hin – steh auf – gehe weiter

Fehler gehören zum Prozess der Entwicklung dazu. Aus Fehlern zu lernen macht Dich stark für zukünftige Momente.

19. Übe regelmäßig

Unsere Gewohnheiten formen Verhalten und Denken. Durch Training kannst du sie etablieren.

20. Setze Annäherungsziele statt Vermeidungsziele

Fokus auf das, wohin Du willst, nicht auf das, was du nicht mehr willst. Je konkreter, desto besser. Denke an die Formel der SMARTEN Ziele.

21. Bewerte Situationen neu

Am besten mit einem neutralen Gegenüber. Versuche immer mal wieder die Perspektive zu wechseln.

22. Experimentiere

Veränderung lebt vom Ausprobieren.

23. Reflektiere regelmäßig

Reflexion macht Fortschritt sichtbar. Aus der Reflexion lernen wir für die Zukunft. Reflektiere das Erlebte: Was war gut? Was war weniger hilfreich? Was wirst du bei einem nächsten Mal anders machen?

24. Setze kleine Ziele und schaue zurück

Ausprobieren, kleine Ziele setzen, zurückblicken. Was hast Du bereits geschafft?

25. Erlaube Dir, etwas zu verpassen

Fokus ist wichtiger als Fülle.

Veränderung entsteht im Innen – und wirkt nach außen

Wenn wir beginnen, uns selbst bewusster wahrzunehmen, Entscheidungen klarer zu treffen und Bedürfnisse ernst zu nehmen, nehmen wir Einfluss auf andere und regen Veränderungsprozesse in Beziehungen oder Teams wie auch in uns selbst an. Dadurch wird oftmals die Kommunikation und Zusammenarbeit beeinflusst.

Du möchtest Veränderung für Dich oder Dein Team möglich machen?

Als Systemische Beraterin & Coach begleite ich

  • Dich während Deines persönlichen Veränderungsprozesses, im Umgang mit belastenden Situationen, auf dem Weg zu mehr Gelassenheit, bei beruflichen Entscheidungen.
  • Euch als Team zu mehr Miteinander, gelingender Kommunikation und auf dem Weg zum gesunden (digitalen) Arbeiten.

Ich freue mich auf Deine Nachricht und den Austausch mit Dir.

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